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Eugen Ritter von Blaas (1843-1931)

Vortrag, am 14.02.2015 um 17:00 Uhr im Merkantilgebäude Bozen

Eugen Ritter von Blaas (Albano Laziale bei Rom 1843 - 1931 Venedig), Der hl. Valentin verkuendet den Raetern das Evangelium, 1863, Bozen, Merkantilgebaeude.Eugen Ritter von Blaas (Albano Laziale bei Rom 1843 – 1931 Venedig), Der hl. Valentin verkündet den Rätern das Evangelium, 1863, Bozen, Merkantilgebäude (Leihgabe der Pfarre St. Vigil, Meran, Untermais). Foto: Luca Pedrotti.

Herrlich. Genial. Authentisch?
Dr. Helmuth Oehler stellt in einem Vortrag das von Eugen Ritter von Blaas 1863 in Venedig geschaffene Gemälde „Der hl. Valentin verkündet den Rätern das Evangelium“ vor.


„Dieses herrliche Gemälde muss auf jeden Besucher den günstigsten Eindruck machen.“ Mit diesen Worten wurde 1863 die besagte monumentale Malerei gerühmt, die im Sommer dieses Jahres aus Venedig in Meran eingetroffen war. Geschaffen hatte die „geniale Komposition“ der damals erst 20jährige Maler Eugen Ritter von Blaas (Albano Laziale bei Rom 1843-1931 Venedig), bestimmt war es für die „gemüthliche“ Valentinskirche in Obermais.
1978 wurde das Gemälde abgenommen. Es befindet sich seit 2003 als Leihgabe im Bozner Merkantilgebäude, wo es im Auktionssaal präsentiert wird.

Predigen und Bekehren in freier Natur. Das Bild zeigt den hl. Missionar Valentin von Rätien (Fest 7. Jänner) „in kräftiger Mannesgestalt“ beim Verkünden des Evangeliums an die Räter, die unterschiedlich darauf reagieren. Das Gemälde hat jedoch eine durchaus profane Anmutung, will es doch das Auftreten des Heiligen als historische Tatsache vermitteln. Durch die Einbeziehung der lokalen Landschaft in das Bild wird die  dargestellte, „märchenhafte“ Szene geographisch verortet und versucht, ihr Authentizität zu verleihen.

Prominenter Maler. „Jeder Beschauer des Bildes wird […] einverstanden sein, dass dem jungen Künstler eine schöne Zukunft winkt“, verkündeten 1863 die „Tiroler Stimmen“. Tatsächlich markierte das vielschichtige Gemälde den Beginn der äußerst erfolgreichen Malerkarriere von Eugen Ritter von Blaas. In dessen Gesamtschaffen nimmt jedoch das Werk eine singuläre Stellung ein: Den Schwerpunkt seines Œuvres stellen „poetisch verklärte“ Genrebilder dar, die Szenen aus dem venezianischen Volksleben zeigen und auch heute Höchstpreise in Großbritannien und den USA erzielen.

Rom. Venedig. Meran. Das Gemälde und sein Schöpfer sind eng mit Tirol, aber auch mit Italien verbunden: So ist das Thema der Malerei die Missionierung im Gebiet des heutigen Meran. Eugen von Blaas kam 1843 in Albano Laziale bei Rom zu Welt, sein Vater, der Maler
Carl von Blaas, wurde im heutigen Nordtirol geboren, die Mutter war Italienerin. Eugen wuchs italienischsprachig in Rom und Venedig auf und studierte Malerei an der Akademie von Venedig. Verheiratet mit einer Italienerin verbrachte Eugen von Blaas sein Leben in der Lagunenstadt, wo er 1931 auch starb.

Großzügige, edle Gönnerin" Die Auftraggeberin des Gemäldes, Maria Anna Gräfin Esterházy de Galántha
(Linz 1795–1866 Obermais bei Meran), setzte mit dem großformatigen sakralen Historiengemälde ihrem Ehemann und ihrem einzigen Sohn ein Denkmal: beide trugen den Namen Valentin, beide verstarben in jungen Jahren.

Dr. Helmuth Oehler stellt zunächst interessante Details des bemerkenswerten sakralen Historiengemäldes vor. Im anschließenden Bildervortrag beleuchtet er Leben und Werk von Eugen Ritter von Blaas, ordnet das großformatige Gemälde in Bozen in das Gesamtschaffen des Künstlers ein.

Bozen, Silbergasse 6, Merkantilgebäude, Auktionssaal, Samstag, 14.02.2015, 17:00 Uhr


Literatur (mit Quellenangaben): Helmuth Oehler, Der künstlerische Nachlass der Maler Carl Ritter von Blaas (1815-1894), Eugen Ritter von Blaas (1843-1931), Julius Ritter von Blaas (1845-1922), Carl Theodor Ritter von Blaas (1886-1960), Helene von Blaas-Leitenberger (1895-1985) im Schloss Tannenmühle, Innermanzing (Niederösterreich). Gutachten im Auftrag des Museumsverein Nauders, Innsbruck 2008.

Für Informationen und Bildmaterial sei herzlichst gedankt:
Dorotheum, Wien
Moritz Graf Esterházy de Galántha, Köln
Dr. Aldo Galli, Universität Trient
Kunsthandel Giese & Schweiger, Wien
Dr. Eleonore Gürtler, Innsbruck, Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum

Mag. Oliver Haid, Meran

Auktionshaus im Kinsky, Wien
Galerie Kovacek, Wien
Dr. Georg Lechner, Wien, Belvedere
Dr. Raimund Senoner, Meran
Katharina Seyffertitz, Klöch


Dr. Helmuth Oehler
erarbeitete gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Gert Ammann ein umfangreiches Gutachten über den Nachlass der Maler aus der Familie Ritter von Blaas.
Dr. Oehler studierte an der Universität Innsbruck Kunstgeschichte, Volkskunde und Geschichte. Seine Diplomarbeit stellt den Tiroler Nazarener Franz Plattner (1826–1887) vor.
Leben und Werk des Innsbrucker Barockbildhauers Ingenuin Lechleitner (1676–1731) war das Thema seiner Dissertation.

Mehrere Jahre schrieb Dr. Oehler Beiträge für die Kulturseite der „Dolomiten“, gestaltet vielfältige Formate für das Publikum im Schloss Ambras Innsbruck und in der Kaiserlichen Hofburg zu Innsbruck und hält kunsthistorische Lehrveranstaltungen.
Für das Museum Kitzbühel kuratierte er die Ausstellungen „Jagd.Malerei.Tracht. In Kitzbühel | Carl Theodor Ritter von Blaas, 1886–1960 (2013) und „Tiroler Künstlerkrippen des 20. Jahrhunderts“ (2014/15). 2013/14 inventarisierte Dr. Oehler im Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum den umfangreichen graphischen Nachlass des in St. Lorenzen im Pustertal geborenen Tiroler Nazareners Franz Hellweger (1812–1880).


Auswahl von Werken von Eugen Ritter von Blaas:

Eugen Ritter von Blaas, Porträt des Malers Philip Richard Morris (1836-1902), um 1865, London, National Portrait Gallery. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, Porträt des Malers Philip Richard
Morris (1836-1902), um 1865, London, National Portrait
Gallery. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

Eugen Ritter von Blaas, Auf dem Balkon, 1877. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, Auf dem Balkon, 1877. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

Eugen Ritter von Blaas, In der Sakristei, 1877. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, In der Sakristei, 1877. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

Eugen Ritter von Blaas, Bildnis Arthur Graf Berchtold (1843-1902), 1882. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, Bildnis Arthur Graf Berchtold
(1843-1902), 1882. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

Eugen Ritter von Blaas, Tagträumereien, 1895. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, Tagträumereien, 1895.
Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

Eugen Ritter von Blaas, Zwei Venezianerinnen, 1898. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, Zwei Venezianerinnen, 1898.
Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

Eugen Ritter von Blaas, Die Serenade, 1910. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, Die Serenade, 1910. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

Eugen Ritter von Blaas, Granatäpfel, 1912. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, Granatäpfel, 1912.
Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

Eugen Ritter von Blaas, Porträt einer Dame, undatiert. Bildquelle: http://commons.wikimedia.org
Eugen Ritter von Blaas, Porträt einer Dame, undatiert.
Bildquelle: http://commons.wikimedia.org

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